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'''Wärmedämmung''' ist die Reduktion des Durchganges von durch eine , um einen Raum oder einen Körper vor oder Erwärmung zu schützen. Sie hat sich im Rahmen der Evolution bei (endothermen) Tieren entwickelt, findet aber auch, mit Hilfe natürlicher oder künstlich hergestellter Materialien, auf vielen Gebieten der Technik Anwendung.

Andere, eher umgangssprachliche Bezeichnungen für Wärmedämmung sind '''Wärmeisolierung''' und '''Wärmeisolation''' englisch: ''thermal insulation'' oder ''building insulation''.

Ein Sonderfall ist ''Kältedämmung'', um eine möglichst geringe Temperatur aufrechtzuerhalten, z. B. um Kondensatanfall zu vermeiden, Leistungsverluste von Anlagen zu minimieren oder zu ermöglichen (siehe dazu auch ).

Geschichtliches

Im Zuge der Entwicklung von Kältetechnikverfahren wurde auch die Entwicklung der Wärmedämmung vorangetrieben und 1918 das Forschungsheim für Wärmeschutz (heute: ) im Süden Münchens gründete.

Grundlagen

Wärmeübertragung

Wärme ist in der Physik die Energie, die zwischen zwei thermodynamischen Systemen durch , oder das Mitführen innerer Energie in einem strömenden Medium (Konvektion) übertragen wird. Lebewesen erkennen diese mithilfe von Rezeptorzellen in der Haut (Thermorezeption) als Temperatur­empfindung.

Wärmeinhalt

Die einem Stoff innewohnende thermische Energie beruht auf der ungeordneten Bewegung der Atome oder e, aus denen dieser Stoff aufgebaut ist. Gemäß der sind die Atome und Moleküle aller festen, flüssigen oder gasförmigen Stoffe in ständiger unregelmäßiger Bewegung (Brownsche Molekularbewegung). Am absoluten Nullpunkt findet keine Bewegung der Atome oder Moleküle statt. Je höher die Temperatur steigt, desto heftiger wird die Bewegung.

Wärmedämmung und Wirtschaftlichkeit

Es ist äußerst schwierig, eine allgemeine Aussage über die Wirtschaftlichkeit von wärmedämmenden Maßnahmen zu treffen, da es viele Einflussfaktoren gibt. Entscheidend zur Ermittlung des energetischen Einsparpotenzials sind die klimatischen Randbedingungen, das Außen- und Innenklima und der energetische Zustand der Bauteile vor und nach der Sanierung. Aber auch die finanziellen Randbedingungen sind von großer Bedeutung, darunter die tatsächlichen Sanierungskosten, Kreditkosten und Laufzeiten sowie die beabsichtigte Nutzungsdauer. Neben diesen projektspezifischen Angaben sind zudem allgemeingültige, jedoch unstete Parameter wie Energiepreis und Energiepreissteigerung sowie Realzinsentwicklung wichtig.

Aufgrund des starken Einflusses unsicherer Randbedingungen sollte die Amortisationszeit von energetischen Maßnahmen in Zeiträumen angegeben werden. Gemäß einer Studie ''im Auftrag des Gesamtverbands Dämmstoffindustrie'' ergeben sich für die an einem Gebäude typischerweise durchgeführten Wärmeschutzmaßnahmen die in der folgenden Tabelle aufgeführten Amortisationszeiten.

{| class="wikitable" style="text-align:center;"
|-
! rowspan="2"| Bauteil
Dämmung || rowspan="2" | Typischer Ausgangs-
U-Wert [W/(m²·K)] || colspan="2" | Amortisationszeit [a]
|-
! Mittelwert || Bereich mit 95%-iger
Wahrscheinlichkeit
|-
| style="text-align:left;" | '''Außenwand WDVS''' (EPS und MW)
energiebedingte Kosten ||
1,4 ||
6 ||
4 bis 10
|-
| style="text-align:left;" | '''Kellerdecke'''
von unten mit Bekleidung
ohne Bekleidung ||
1,3
1,3 ||
6 ||
6 bis 13
4 bis 10
|-
| style="text-align:left;" | '''Steildach''' (Sanierung von außen inkl. kompletter Neueindeckung)
energiebedingte Kosten ||
0,9 ||
10 ||
6 bis 16
|-
| style="text-align:left;" | '''Flachdach'''
energiebedingte Kosten ||
0,9 ||
7 ||
5 bis 13
|-
| style="text-align:left;" | '''Oberste Geschossdecke'''
begehbar
nicht begehbar ||
0,9
0,9 ||
10
5
|}

Der Studie im Auftrag des Gesamtverbands Dämmstoffindustrie gegenüber steht eine Studie des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung Dresden, dieses verglich 2014 52 verschiedene Varianten zur Erneuerung der Heizanlage und Dämmung der Gebäudehülle. Von den acht untersuchten Varianten der Wärmedämmung ''amortisiere sich keine einzige unter 30 Jahren''. Der Dämmung wird sogar eine negative Auswirkung auf den Heizenergieverbrauch zugeschrieben, weil wärmegedämmtes Mauerwerk die Wärme der Sonneneinstrahlung nicht mehr speichern könne.

Bereits 1985 fand das heraus, dass ein Heizanlagentausch bei der Gebäudesanierung im Vergleich zur reinen Dämmmaßnahme meist wirtschaftlicher wäre.

In einem Feldtest zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden wurden knapp 180 Objekte (Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus) untersucht, bei denen nach dem Jahr 2006 der Heizkessel erneuert und/oder die Wärmedämmung verbessert wurde. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie groß die Diskrepanz zwischen dem technischen Potenzial von Sanierungsmaßnahmen und den Erfolgen in der Praxis ist und mit welchen Hebeln die Wirksamkeit von Sanierungen gesteigert werden könnte. Bei der Maßnahmenkombination Dach-Außenwand-Fenster konnten Einsparungen zwischen 21 und 48 % nachgewiesen werden. Auffällig war, dass die Dämmung von Verteilleitungen und Armaturen im unbeheizten Bereich in vielen Fällen zu wünschen übrig lässt. Als Ursachen für ausbleibende Sanierungserfolge werden primär Mängel in der Qualitätssicherung vor, während und nach der Sanierung gesehen. So führten beispielsweise nach Dämmmaßnahmen gerade mal 10 % eine Heizungsoptimierung durch. Mit teils einfachen Optimierungen und Nachbesserungen könnte im Bereich Raumwärme und Warmwasserbereitung zusätzlich ca. 25 bis 30 kWh/m²a gespart werden. (siehe dazu auch Heizkessel)

Bei nichttransparenten Gebäudeteilen wird ein Teil der auftreffenden solaren , 8. Oktober 2012, zuletzt abgerufen am 4. September 2014.</ref> Als Beleg hierfür wird eine Erhebung des Hamburger GEWOS-Instituts von 1995

Kritik und Kontroversen

'''Dämmwahn''' ist ein satirisches Synonym für übertriebene Wärmedämmung von Gebäuden, wenn der Aufwand für Wärmedämmung unwirtschaftlich, unsozial und umweltschädigend ist und sich nur für die Wärmedämmindustrie rechnet<ref name="Barth">Frank-Michael Barth: ''Thermodynamik für Maschinenbauer.'' Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2016, ISBN 978-3-11-041336-6, S. 189 ().</ref>.

Mit dem satirischen Schlagwort ''Volksverdämmung'' (Titel des Nachrichtenmagazins Der Spiegel vom Dezember 2014<ref name="Thoma">''Energiewende: Wie Mieter und Hausbesitzer um Milliarden betrogen werden'', Der Spiegel, Dezember 2014, zitiert bei: Erwin Thoma: ''Holzwunder.'' Servus, 2016, ISBN 978-3-7104-5017-4 ().</ref>) wird dabei kritisiert, dass Wärmedämmung als Allheilmittel und alleinige Lösung bei zu hohen Energiekosten gepriesen wird, nicht sinnvoll wäre und Mieter und Hausbesitzer dabei um Milliarden betrogen würden.

Ab etwa 1996 machte sich der Architekt e an Außenfassaden, als ?kostspielige Fehlinvestition? verurteilte.

Er zitierte und übernahm dabei,

Wärmedämmung in der Technik

Allgemeines

In der Technik wird Wärmedämmung eingesetzt, um technische Prozesse zu ermöglichen oder aufrecht zu erhalten oder deren laufenden Energiebedarf zu minimieren. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise die Verhinderung von Frostschäden oder der Schutz von Lebensmitteln, aber auch der Schutz von Raumflugkörpern durch ein Hitzeschild.

Anlagentechnik

Der Schutz vor en bzw. durch ?Wärmegewinne? bei n und ihren Rohrleitungen (Kälteanlagen), ist sowohl für die Energieeffizienz, als auch für die Anlagenfunktion an sich in vielen Fällen betriebsnotwendig. Durch die gestiegenen Kosten fossiler Energieträger kommt ein ökonomischer Anreiz hinzu.

Wärmedämmung bei Lebewesen

Die Bandbreite körpereigener Wärmedämmung endothermer Tiere reicht von der natürlich vorhandenen Behaarung bzw. Befiederung, über das Fettgewebe bis zur Speckschicht (endothermer) Wirbeltiere (besonders bei polarer oder mariner Lebensweise). Darüber hinaus verwenden viele Tiere beim Nestbau isolierende Materialien.

In Ermangelung einer dichten Behaarung, wie sie die meisten anderen aufweisen, bedienen sich Menschen einer Bekleidung oder Umhüllung (Schlafsack, Bettware) aus pflanzlichen oder synthetischen Fasern sowie Tierfellen und Federn (beispielsweise Daunenjacke, Daunenmantel, Daunenoverall), um sich vor Wärmeverlust zu schützen (siehe auch Nacktheit).

Siehe auch

  • Kaltdach

Einzelnachweise

Weblinks

  • , Klima sucht Schutz
  • , Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ? Energieberatung (PDF; 2 MB)
  • U-Wert Rechner zur Berechnung des Wärmedurchlasskoeffizienten, u-wert.net

Kontroversen

Literatur

  • Peter Bachmann: ''Mit Sicherheit gesund bauen.'' Springer-Verlag, 2012, ISBN 978-3-834-82523-0, S. 373 ()